BMM: Zweite gewinnt 6:0 in Wesel

Nach einem kampflosen und leider auch ziemlich teuren Nichtantritt in der ersten Runde ist die Zweite heute mit einem Auswärtsspiel beim SV Wesel II in die neue Mannschafts-Saison gestartet, und das gleich mit dem perfekten Ergebnis von 6:0, zugleich der höchste Sieg am Brett für die Zweite seit fast zehn Jahren: Einen Sieg ohne jeden Erfolg des Gegners gab es zuletzt im Januar 2013, kurioserweise an selber Ort und Stelle (damals 8:0 bei Wesel III).

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Der letzte Zug 28…Ka7-Ka6 verkürzt das Leiden und ermöglicht nun ein recht hübsches Matt in 2

Zum Spielverlauf: Hans-Jürgen schoss uns mit 1:0 in Front, als er in eigentlich recht remis-verdächtiger und verschachtelter Stellung eine Fesselung doch noch zum Durchbruch nutzen konnte. Kurz danach das 2:0 durch Adrian, der dankenswerter Weise ganz kurzfristig für den erkrankten Günter eingesprungen war und in seinem allerersten Mannschaftskampf eine gelungene Premiere feierte: Statt die Qualität herzugeben, zog sein Gegner es vor, sich lieber fünfzügig Matt setzen zu lassen. Am sechsten Brett konnte Mannschaftsführer Sigi wieder noch so schnell spielen, als erster war er diesmal trotzdem nicht fertig: Ein Figurengewinn mit Rückopfer, um einige Freibauern zu erhalten, nutzte er gleichwohl zum nie gefährdeten Sieg und dem 3:0-Zwischenstand.

Nach einem Jahr Pause war erfreulicherweise auch Tymek mal wieder dabei und zeigte, dass er nichts verlernt hat. Nach Gewinn von zwei Mehrbauern gab es schließlich vom Gegner noch eine Figur als Zugabe: 4:0. Jörg nutzte die denkbar ungünstig im Eck platzierten gegnerischen Springer zum Qualitätsgewinn und zum Durchlaufen eines Freibauern – 5:0. Den letzten Punkt sackte schließlich der Berichterstatter mit einem recht ungewöhnlichen Schlussbild ein: Den gegnerischen König im Mittelspiel auf a5 matt setzen zu können, gibts wohl auch nicht all zu oft. Nach diesem angenehmen Schach-Sonntag wartet nun in zwei Wochen mit Lüneburg wohl ein deutlich schwererer Gegner auf uns…

Termine, Aufstellung, BBEM

MIt dem Ende der Sommerferien ist nun auch unsere Spielpause vorbei und es geht wieder mit unseren Vereinsabenden im Luhetreff weiter. Geplant ist, bis Weihnachten die restlichen drei Blitzturniere und ab 15.9. die Vereins-M zu spielen. Los geht es am nächsten Donnerstag aber erst mal mit den letzten beiden Nachholspielen der Stadt-M, außerdem kann dann natürlich auch frei gespielt werden. Alle Termine bis Dezember findet ihr hier.

Auch die Mannschaftsaufstellung der Ersten für die Verbandsliga ist nun fertig und gemeldet. Diese könnt ihr euch hier ansehen. Wer es übrigens noch nicht wusste: In den überregionalen Ligen gelten andere Bedenkzeiten als im Bezirk, nämlich 100 Minuten für die ersten 40 Züge und anschließend 50 Minuten für den Rest der Partie, zudem ein Zuschlag von 30 Sekunden pro Zug vom ersten Zug an (Quelle).

Bei der BBMM in Sülze wollten vor kurzem noch acht Winsener mitblitzen, bei der gestrigen BBEM im doppelt so nahen Munster mit Stephan Richter und dem Berichterstatter dagegen nur zwei. Seltsam, schließlich wurde mit 25 Runden auch noch fast doppelt soviel Programm geboten. Für uns lief es dabei sehr unterschiedlich: Stephan schrammte mit seinem 6.Platz nur wenige Punkte an den Podestplätzen vorbei, für mich auf Platz 18 lief dagegen rein gar nichts zusammen. Verdienter Bezirksmeister wurde Dennis Martin (SK Rotenburg). Die Schlusstabelle findet ihr hier.

Die neuen DWZ sind da

Die DWZ-Auswertung der Mannschaftskämpfe klappt seit einigen Jahren erfreulich schnell, und auch in diesem Jahr sind die neuen DWZ wenige Tage nach Saisonabschluss bereits berechnet worden. Ein wenig Statistik zu den neuen Zahlen aus Vereinssicht:

Wir setzten in dieser Saison in den beiden Mannschaften 19 verschiedene Spieler ein, davon konnten sich 9 verbessern, 10 verschlechterten sich, wenn auch meist nur minimal. Insgesamt legte der Verein 272 DWZ-Punkte zu, interessanterweise verteilt sich dieser Zuwachs aber komplett auf die drei erfolgreichsten Spieler Joshua Skobjin (+137 Punkte), Julian Zeyn (+76 Punkte) und Fabian Wienhold (+65 Punkte). Diese drei sind außerdem auch die jüngsten eingesetzten Spieler und die einzigen, die ihre persönlichen Bestleistungen gesteigert haben. Alle übrigen 16 Spieler verbesserten oder verschlechterten ihre Zahl jeweils um maximal 20 Punkte und kamen somit allesamt im Rahmen ihrer erwarteten Turnierleistung ins Ziel.

Angesichts des guten Abschneidens der Mannschaften in dieser Saison etwas erstaunliche Ergebnisse, die aber auch darauf hindeuten, dass wir eine Spielklasse höher durchaus nicht schlecht aufgehoben sind… Zur kompletten Turnierauswertung geht es hier und zur neuen DWZ-Vereinsliste hier.

Blitzen in Sülze

Mit gleich zwei Mannschaften machten wir uns heute – eigentlich ohne große Ambitionen – nach Bergen-Sülze auf, um an der diesjährigen Bezirks-Blitz-Mannschaftsmeisterschaft (BBMM) teilzunehmen, verpassten dann aber letztlich nur um Haaresbreite den Meistertitel und damit auch die seltene Chance auf das „Double“ aus BMM und BBMM!

Die Erste in der Aufstellung Stephan Richter, Jens-Uwe Riek, Andreas Graetsch und Achim Reimers spielte das ganze Turnier über – natürlich auch und vor allem wegen der völligen Abwesenheit vieler höherklassiger Teams wie Uelzen, Lüneburg oder Stade – oben mit, kam aber in den letzten Runden mit 2:2-Unentschieden ausgerechnet gegen die beiden Tabellenschlusslichter (eins davon die eigene Zweite…) noch ins Straucheln und musste darum den SV Bad Bevensen noch an sich vorbeiziehen lassen. Schade, nur ein halbes Pünktchen mehr in nur irgendeinem der fünf nicht gewonnenen Kämpfe und es hätte gereicht. Dennoch ist der 2.Platz und die damit verbundene Qualifikation für das Landesfinale natürlich das beste Ergebnis seit langer Zeit (2009, damals ebenfalls Vizemeister).

Soviel „Fairplay“, dass einem Verein die eigene zweite Mannschaft in der vorletzten Runde die Meisterschaft zerschießt, haben wir in Winsen an der Luhe dafür wahrscheinlich weltexklusiv… Außer diesem „Erfolg“ lief es für die Zweite in der Aufstellung Jürgen Holdorf, Fabian Wienhold, Joshua Skobjin und Sigi Brodkorb eher so mittel – immerhin wurde aber das selbstgesteckte Minimalziel „Nicht Letzter werden“ erreicht. Turnierhighlight war zudem sicherlich das Mattsetzen von Fabian mit Springer & Läufer gegen den blanken König mit nur einer Minute Restzeit – das würden wohl manche Titelträger nicht mal hinkriegen…

Die Punktausbeute im Einzelnen:

NameBRETTPUNKTETURNIERLEISTUNG
Stephan Richter18,5 / 141966
Jürgen Holdorf16,0 / 141838
Jens-Uwe Riek29,5 / 141866
Fabian Wienhold27,0 / 141762
Andreas Graetsch39,5 / 141780
Joshua Skobjin32,5 / 141374
Achim Reimers49,5 / 121761
Sigi Brodkorb42,5 / 121318

Zu sämtlichen Ergebnissen auf der Bezirksseite geht es hier. Auch um einige Fotos zu schießen war Zeit: Klick zum Vergrößern.

Verbandsliga, wir kommen!

Die große Überraschung ist tatsächlich geglückt: In der heutigen letzten Runde der Mannschaftsmeisterschaft gelang der Ersten in der BOL im alles entscheidenden „Endspiel“ beim Tabellenführer MTV Dannenberg ein 5,5:2,5-Sieg und damit nicht nur die Meisterschaft in der höchsten Spielklasse des Bezirks, sondern auch der Aufstieg in die Verbandsliga! Zur Feier des Tages darum auch ein ausführlicherer Bericht als üblich.

BOL-Abschlusstabelle 2021/22, zum Ausschneiden und Einrahmen

Aber der Reihe nach. Der Tag begann frühmorgens mit einer schlechten Nachricht: Mannschaftsführer Julian musste krankheitsbedingt absagen. In so einem wichtigen Spiel nur mit sieben Leuten antreten? Nein, weil sowohl Heinz als auch Stephan von der Absage erfuhren und sich ganz kurzfristig als Ersatzspieler zur Verfügung stellten. Vielen Dank an beide für soviel Einsatz und Mannschaftsgeist, so machen Mannschaftskämpfe gleich doppelt so viel Spaß! Letztlich ging Heinz mit auf die lange Fahrt nach Dannenberg, während Stephan von zuhause aus die Daumen drückte.

Im schmucken MTV-Vereinsheim angekommen, erst mal einen Blick auf die Aufstellung der Gastgeber werfen: Würden diese mit ihren Top 8-Spielern antreten? Nein, die Dannenberger verzichteten auf den Einsatz von zwei ihrer stärksten drei Spieler. Trotzdem gingen wir immer noch -an sieben von acht Brettern DWZ-mäßig unterlegen- als klarer Außenseiter ins Spiel. Und erwischten auch noch einen klassischen Fehlstart: Heinz übersah einen dann undeckbaren Mattangriff seines Gegners mit Dame und Läufer auf der langen Diagonalen – 0:1 nach nur knapp einer Stunde Spielzeit und an den weiteren Brettern auch anderthalb Stunden später kaum irgendwo ein Vorteil zu erspähen. Wars das schon mit dem Meistertitel?

Andreas remisierte in leicht gedrückter Stellung und beginnender Zeitnot zum 0,5:1,5. Dann ein erster Lichtblick: Dem Gegner von Jürgen unterlief ein Figureneinsteller. Der Ausgleich zum 1,5:1,5, und siehe da, auf einmal kippten auch die Positionen in fast allen anderen Partien zu unseren Gunsten, je näher die Zeitkontrolle rückte.

Am meisten beeindruckt hat mich heute wieder mal Fabian mit der heute für die Kiebitze wohl interessantesten Partie mit zeitweise wilden Stellungen und Königen im freien Feld. Er gewann erst die Qualität, dazu noch nach und nach einige Bauern und spielte die Partie insgesamt wie gewohnt fehlerfrei und mit einer Coolness und Präzision, als sei dies nicht seine erste, sondern fünfzigste Saison in der ersten Mannschaft. Hut ab und danke für die wichtige 2,5:1,5-Führung! Mit diesem Sieg schraubte er übrigens seine Saisonbilanz auf 6 Punkte aus 7 Partien und ist damit in seiner Premierensaison auch gleich der erfolgreichste Spieler der Ersten.

In der Partie von Friedrich war nach beidseitigem Stonewall eine komplett verschachtelte Stellung entstanden, in der sein Gegner Friedrichs Festung mit einem schönen Durchbruchsopfer knackte: Ausgleich zum 2,5:2,5. Trotzdem sah nach überstandener Zeitkontrolle nun plötzlich alles sehr gut für uns aus: Am achten Brett hatte Joshua zwei verbundene Freibauern ins Rollen gebracht, Jens-Uwe hatte am Spitzenbrett die Qualität gewonnen und auch ich selbst war aus meiner recht gedrückten Stellung zu meinem eigenen Erstaunen irgendwie in einem Springerendspiel mit solidem Mehrbauern gelandet. Da müssten doch insgesamt zwei Punkte rausspringen?! Und tatsächlich: Joshua holte sich eine zweite Dame und setzte Matt zum 3,5:2,5, Jens-Uwe verwertete seinen Vorteil zum 4,5:2,5, und ich war heilfroh, dass es auf meine überschaubaren Endspielkünste nicht mehr ankam und gewann trotzdem kurz danach auch noch. Die „Hitzeschlacht von Dannenberg“ bei einer Außen- und Innentemperatur von 30 Grad (gabs überhaupt schon mal Mannschaftskämpfe im Juli?) war zu unseren Gunsten entschieden!

Wir freuen uns damit sehr über die in letzter Minute errungene Meisterschaft und den ersten Aufstieg in die Verbandsliga seit genau zehn Jahren. Bremen, wir kommen… 🙂