ACO-Senioren 65+ Turnier4 auf Kos, Mai 2026

Ein Bericht von Hans-Jürgen Mencke über seine erfolgreiche Teilnahme an der „ACO 2026 Super-Senioren (65+) Schachweltmeisterschaft“ auf Kos, Griechenland.

Da Achim mich aufgefordert hat, einen Bericht über das Turnier zu schreiben, will ich der Bitte nachkommen.

Es ist nun schon meine sechzehnte Teilnahme an den ACO-Turnieren. Eine Kombination aus Urlaub und Schach, jeweils im Mai auf Kos und im Oktober auf Kreta. An den 65+ Turnieren war es nun das dritte Mal. Jeweils in der Gruppe D (1700-1900 Elo). Diesmal nahmen 25 Spieler aus 6 Nationen teil.

In der ersten Runde traf ich auf Walter Heymann vom SV Fortschritt Großharthau. Im 21.Zug konnte ich meinen Turm gegen zwei Springer opfern und ihm die einzige Linie für seinen Turm mit meinem Springer verstellen. Den Rest machten meine Bauern, 1:0.

In der zweiten Runde traf ich auf Dr. Andreas Gerlach, der im Startranking am Ende der Tabelle lag und das Turnier gewann. Im 22. Zug verlor ich durch ein Abzugsschach die Qualität und damit die Partie – 1:1.

In der dritten Runde traf ich dann auf Marianne Heymann. Die ersten fünf Züge waren genau die Gleichen wie gegen ihren Mann. Ich sagte „Sie spielen ja genau das Gleiche wie ihr Mann.“ Worauf sie sagte „Ja mein Mann sagt mir wie ich spielen soll.“ Und sie machte nicht den gleichen Fehler, sondern stellte ihren König an eine andere Position. Das hatte die Analyse von Lanka ergeben. Bei drei Großmeistern (King, Lanka, Skembris) kann man nach den Partien seine Partie analysieren lassen. Und das hatte ich mit Walter Heymann gemacht. Nach einem starken Angriff von ihr überzog sie jedoch und stellte ihren Läufer ein und gab dann auch gleich auf – 2:1.

In der 4. Runde wurde ich gegen Prof. Dr. Michael Rost aus Magdeburg gelost. In der Partie gewann ich zuerst einen Bauern. Dann er meinen Turm gegen Läufer und Bauer. Jedoch waren meine beiden Freibauern zu stark und kurz vor der Umwandlung gab er auf, 3:1.

In der fünften Partie ging es gegen Matthias Schmitt vom SV Roetgen. In einer französischen Partie hatte ich nach 33 Zügen einen Bauern mehr, stand aber nach Fritz drei Bauern besser. Machte dann jedoch einen kapitalen Fehler, der die Partie kostete: 3:2.

In der sechsten Partie wurde ich gegen Hans-Jürgen Moje gelost. Er spielte bisher immer in der C-Gruppe. Nach 44 Zügen hatte er in einem Turmendspiel drei Bauern mehr. Die Partie war total verloren. Mit dem 55.Zug hatte er einen Bauern vor der Umwandlung. Ich hätte aufgeben können. Dann sah ich, dass ich noch eine Mattdrohung aufbauen könnte, wenn ich meinen König ein paar Züge nach vorne ziehe. Das erkannte er zu spät. Im 58.Zug hatte ich dann meinen König auf f6 mit Mattdrohung. Im 61.Zug ging dann sein erster Mehrbauer flöten. Im 70.Zug dann sein zweiter Mehrbauer und er bot entnervt Remis im 71.Zug – 3,5:2,5.

Die siebte Partie spielte ich dann gegen Martin Wallman aus Camberley, England. Nach einigem Geplänkel im Mittelspiel konnte ich dann im Endspiel zwei Bauern abräumen. Und als er dann noch einen Läufer verlor, gab er auf – 4,5:2,5.

In der 8.Runde spielte ich dann gegen Gerhard Neukötter. Im 11.Zug opferte er seinen Läufer auf h6 mit Aussichten. Es reichte jedoch nicht für ein Matt. Ich konnte dann die Damen abtauschen, und als er dann seinen Turm so stellte, dass ich ihn mit meinem Läufer fesseln konnte, gab er im 18.Zug auf: 5,5:2,5.

Vor der 9.Runde hatten nun drei Spieler 5,5 Punkte, wovon ich die beste Buchholzwertung hatte. Diesmal hatte ich es wieder mit einem Spieler aus England zu tun. Nämlich David Tucker aus Dartford. Nach 17 Zügen stellte ich dann fest, dass meine beiden Kontrahenten um den 2.Platz verloren hatten und bot Remis. Da meine Stellung besser war, nahm er es dann auch gleich an. Somit war der 2.Platz und 200 € Preisgeld gesichert. Im Herbst geht es zur ACO Seniorenmeisterschaft 50+ nach Kreta, da ist es jedoch wesentlich schwerer vorne mitzumischen.

Schlusstabelle: https://s1.chess-results.com/tnr1404097.aspx